Missionsreise Peru 11.10.2024 – 24.10.2024

Bericht

In der Zeit 11.10.2024 – 24.10.2024 machte sich unsere 12-köpfige Gruppe aus den Gemeinden Winnenden, Bremerhaven, Pforzheim, Wurmberg, Gifhorn, Marktredwitz, Michelstadt und Legnica (Polen) unter der Leitung von Bruder Alexander Gruslak auf den weiten Weg in den südamerikanischen Anden-Staat Peru. Unser Ziel war es das Leben unserer peruanischen Geschwister kennenzulernen und verschiedene Gemeinden, welche aus dem ethnischen Stamm der Kakataibo entstanden sind, zu besuchen.

Am 11.10.2024 startete unsere Missionsreise an verschiedenen Flughäfen in Deutschland. Nach einer langen und turbulenten Reise unter Gottes wunderbarer Führung und seinem Schutz trafen wir uns alle in Pucallpa, im Amazonasgebiet von Peru. Am Flughafen begrüßte uns Pastor Santos und direkt ging es weiter zum Missionshaus der „Mission integral native del Peru“. Hier wurden wir in aller peruanischen Gastfreundschaft herzlich empfangen. Bereits am Tor zum Missionsgelände erkannt wir die Motivation unserer Geschwister. In großen Buchstaben war hier der Text aus Matthäus 28,19 zu lesen: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder Lateinamerikas mit einem großen Anteil indigener Bevölkerungsgruppen. Das Missionswerk nahm es sich zur Aufgabe genau diese indigenen Gruppen mit der frohen Botschaft von Jesus erreichen zu wollen.

Nach einer Stärkung mit einem traditionell peruanischen Reisgericht und dem Gespräch mit den Brüdern ging es für uns auch schon weiter zu einer Gemeinde der Shipibo-Gemeinschaft. Auch hier wurden wir herzlich begrüßt und durften gemeinsam einen kleinen Gottesdienst abhalten. Der Pastor erzählte uns, dass sie in der Gemeinde Missionare ausbilden, welche in die entlegenen ethnischen Stämme von Peru geschickt werden, um das Evangelium weiterzutragen. Ein großes Problem ist jedoch oft die Verständigung, da es in Peru genauso viele verschiedene Sprachen wie Stämme gibt. Nicht alle verstehen und sprechen die Landessprache Spanisch. Im Anschluss an den Gottesdienst beteten wir alle innig für diese Arbeit. Danach ging es für uns zwei Stunden weiter nach San Alejandro, wo wir im Hotel alle müde aber mit einem sehr positiven ersten Eindruck von Peru in unsere Betten fielen.

Am nächsten Morgen wurden wir zu einem Frühstück bei Pastor Santos zuhause eingeladen. Hier trafen wir auch auf Pastor Felix, Job und Julie. Pastor Felix nahm es sich zur Aufgabe geistlich für die Menschen aus dem Stamm der Kakataibo zu sorgen und hat sogar das Neue Testament in deren Sprache übersetzt. Man merkte ihm an, dass es für ihn eine Herzensangelegenheit ist. Job und Julie sind in ihren Gemeinden in der Kindermission tätig und begleiteten unseren Missionseinsatz.

Nach dem schnellen Frühstück startete auch schon unser erster Einsatz. Ziel war das Dorf Sinchi Rocca, welches wir mit Tuck-Tucks und einem Pick-Up nach zwei Stunden quer durch den Dschungel Perus erreichten. Bereits bei der Anfahrt über den beschwerlichen Weg durften wir Gottes wunderschöne Schöpfung bestaunen. Wir waren umgeben von Bananenpalmen und Kakaobäumen und hielten Ausschau nach wilden Tieren. Wir überquerten einen Fluss, mussten eines der Tuck-Tucks einen Berg hochschieben und haben uns einige Male verfahren. Als wir dann mitten im Dschungel die ersten Hütten sahen, waren wir endlich angekommen.

Im Dorf wurden wir von allen Seiten neugierig beobachtet, aber keines der Kinder traute sich näher an uns heran. Selbst die mitgebrachten Süßigkeiten zeigten nicht die erhoffte Wirkung. Später erfuhren wir, dass die Kinder in Sinchi Rocca noch nie „weiße“ Menschen gesehen hatten, was ihr Zurückhaltung und Schüchternheit erklärte. Nach und nach versammelten sich die Dorfbewohner und wir durften gemeinsam mit Job und Julie ein Kinderprogramm abhalten. Wir spielten verschiedene Spiele, erzählten den Kindern biblische Geschichten und sagen Lieder. Der Höhepunkt des Ganzen kam am Schluss. Für alle Kinder war ein neuer Schulrucksack gefüllt mit Schulmaterialien und einem neuen Testament, sowie deutsche Süßigkeiten und kleine Spielzeuge vorbereitet. Die Freude darüber war sehr groß. Am Ende des Tages tauten die Kinder langsam auf und zeigten sich zutraulicher.

Am nächsten Tag ging es in das Dorf Puerto Nuevo. Hierzu mussten wir für eine 90 Kilometerstrecke knapp vier Stunden durch den Dschungel fahren. Die Vorfreude auf unsere heutigen Erlebnisse war sehr groß, denn wo kann man in Deutschland auf der Ladefläche eines Pick-Ups und im Stehen durch den dichten Dschungel fahren? An die Gefahren, die so eine Dschungelfahrt bergen kann, dachte niemand von uns. Jede Fahrt begannen wir mit einem Gebet um Gottes Schutz und Bewahrung. Auch mehrmals auf der Fahrt stoppte Pastor Santos die Fahrzeuge und alle stiegen aus um erneut zu beten. Als wir gerade einen Fluss überquerten und für eine kurze Pause anhielten, rief Pastor Santos einen Bruder auf den Psalm 91 vorzulesen. Bis zum Dorf mussten wir etwa noch eine Stunde fahren. Als der Bruder fertig war, erzählte uns Pastor Santos unter Tränen, dass er auf dem Weg nach Puerto Nuevo immer genau an dieser Stelle anhalte, den Psalm lese und ganz besonders für Gottes Schutz betete. Vor einem Monat wurde hier in der Nähe ein Dorfbewohner von einem Leoparden angegriffen und überlebte es leider nicht. Plötzlich verstanden wir, warum Pastor Santos so viel Wert auf das Gebet legte. Wir beteten alle innig um Bewahrung und fuhren die restliche Strecke weiter.

In Puerto Nuevo erwartete uns ein zivilisierteres Dorf als am Tag davor. Auch hier durften wir einen Gottesdienst abhalten, mit den Kindern spielen und singen. Das Lied „Lies die Bibel, bet jeden Tag“ durften wir ihnen in spanischer Sprache beibringen. Auch für diese Kinder gab es am Ende des Tages einen neuen Schulrucksack samt Inhalt. Müde aber mit einem Herz voller Freude über die heutigen Erlebnisse, beteten wir vor der Abreise, dass der heute ausgesäte Samen doch in jedem kleinen Kinderherzen aufgehen möge.

Auf dem Rückweg mussten wir anhalten, da der Motor des Tuck-Tucks zu heiß geworden war. In der Nähe befand sich das Haus einer Frau, welche einen kleinen Laden betrieb. Pastor Santos ergriff die Möglichkeit und erzählte ihr von Gottes Rettungsplan und seiner Liebe zu uns Menschen. Nach dem Gespräch wollte die Frau, dass man für sie betete und äußerte den Wunsch Gott ihr Leben abzugeben. Gottes Zeitplan ist immer perfekt! Wir mussten genau hier anhalten, damit diese dürstende Seele Erquickung erfährt.

In den nächsten Tagen besuchten wir noch die Dörfer Puerto Azul und Sinchi Rocca II.

Insgesamt durften wir fast 500 Kindern und deren Eltern mit Gesang, biblischen Erzählungen und in Form der mitgebrachten Geschenke ein Segen sein. Die Verständigung war für uns schwierig, da nur eine Schwester aus unserer Gruppe spanisch sprach. Mit Händen und Füßen klappte es dann aber doch hervorragend und ein herzliches Lächeln wird in jeder Sprache richtig verstanden. 

Zum Ende unserer Reise besichtigten wir noch die Städte Pucallpa, Lima und das Weltkulturerbe Machu Picchu.

Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.
Kolosser 3:11

Rückblickend auf unsere Missionsreise nach Peru kam uns der Vers aus dem Kolosserbrief in den Sinn. Unsere Geschwister in Peru und wir sprechen verschiedene Sprachen, leben in verschiedenen Ländern, haben vielleicht auch verschiedene Meinungen und einen anderen Lebensstil. Uns verbindet jedoch der Glaube an unseren lebendigen Gott und seine grenzenlose Liebe zu uns allen. Wir sind alle seine teuer erkauften Kinder und haben hier in dieser Welt einen Auftrag. Lasst uns jeder an der Stelle, an welche Gott uns gestellt hat, ein Licht sein und sein Evangelium an unsere Mitmenschen weitertragen. Lasst uns gemeinsam auch weiterhin für unsere Geschwister und deren Arbeit in Peru beten. Möge der Same, den wir in die Herzen der Menschen ausstreuen durften schon bald aufgehen und noch viele dürstende Seelen das Evangelium annehmen. Wir sind Gott von Herzen dankbar für die wunderbar gesegnete Reise, seinen Schutz, die vielen neuen Eindrücke und die neu entstandenen Freundschaften. Vor allem aber danken wir Gott, dass wir einen Beitrag zur Arbeit in seinem Weinberg leisten durften.

Lina Schulz (Gemeinde Bremerhaven) und Jessica Stranz (Gemeinde Michelstadt)

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