
Durch Gottes Gnade ermöglicht starteten wir, eine Gruppe aus 10 Personen, unter der Leitung von Alexander Gruslak am
12. Februar 2024 die Missionsreise nach Argentinien. Nach einer langen Anreise und der darauf folgenden Ankunft in der Hauptstadt Buenos Aires starteten wir die Reise mit einem kleinen Stadtspaziergang.
Am Abend durften wir in der örtlichen Gemeinde, geführt von Pastor Anatoliy Borysovets, unseren ersten Dienst erweisen mit Gesang und Predigten. Wir wurden herzlich empfangen und für die Gemeinschaft nach dem Gottesdienst wurde auch gesorgt mit der Einladung zum gemeinsamen Essen und Beisammensein. Jetzt durften wir unsere Glaubensgeschwister kennenlernen. Wir waren beeindruckt über ihre Erfahrungen, die sie im Leben in Argentinien bereits durchlebt haben und ihren Erzählungen, wie sie teilweise nach Argentinien ausgewandert sind und sich hier ihr Leben neu aufgebaut haben. Pastor Anatoliy, der schon seit ca. 25 Jahren in Argentinien lebt, zeigte uns ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt und erzählte uns über das Gemeindeleben und über das gegründete Kinderheim Hogar de niños El buen samaritano in Formosa, was das Ziel unserer Reise war.


Dieses Kinderheim ist ca. 1500km von Buenos Aires entfernt und war dementsprechend mit einer langen Autofahrt dorthin verbunden. Aus diesem Grund hieß es für uns früh aufstehen und Abfahrt um 6.30 Uhr in Richtung Formosa. Da die Strecke nicht an einem Tag zu bewältigen ist machten wir auf halber Strecke einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Chaco. Die Fahrt zum Kinderheim war lang und auch anstrengend, da man nicht schneller als 80-90km/h fahren durfte und regelmäßige Polizeikontrollen die Fahrt unterbrochen haben.
Aber endlich am Kinderheim angekommen wurden wir herzlich von der dort lebenden Familie empfangen und lernten die dort wohnenden Kinder und Jugendliche kennen.
Aktuell leben dort Kinder, die aus unterschiedlichen Verhältnissen und Umständen ins Kinderheim gekommen sind.Aber der Wohnplatz ist spärlich und begrenzt, weshalb der Bau eines weiteren Wohnhauses auf dem Gelände gestartet wurde, um in naher Zukunft mehr Kinder aufnehmen zu können. Die mangelnden Spanisch-Kenntnisse unsererseits und wenig englischsprachige Argentinier machten die Kommunikation untereinander ein bisschen schwierig, aber nicht unmöglich und so haben wir uns doch mit viel Lachen über falsch gesprochene Worte, durch viel Mimik und Gestik verständigen können und über die Geschichte des Kinderheimes und den traurigen Schicksalsschlägen der einzelnen Kinder und Jugendlichen erfahren.

Gemeinsam planten wir ein Jugendseminar mit ca. 150 Personen. Kinder und Jugendliche aus dem Kinderheim, aber auch aus der Umgebung und aus verschiedenen umliegenden Indianerstämmen, die in der Gesellschaft nicht integriert sind aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft.
Zahlreich sind die Teilnehmer erschienen, wenn sie auch anfänglich zurückhaltend und schüchtern waren, so lockerte sich die Atmosphäre im Laufe des Tages und wir konnten eine gesegnete Zeit miteinander verbringen. Nach interessanter geistlicher Speise mit Themen wie Bekehrung und Vergebung allein in Jesus, Licht sein in der Welt und Frucht bringen für Jesus, gab es auch fleischliche Speise in einem gemeinsamen Essen und Spaß in anschließenden Volleyball-Turnieren im Hof.

Weiter war ein Besuch bei einem örtlichen Indianerstamm geplant, wofür ebenfalls ein Gottesdienst mit Predigten in zweifacher Übersetzung (russisch-spanisch-urspanisch) und Gesangsprogramm von unserer Gruppe vorbereitet wurden. Außerdem wurden vorher dringend benötigte Lebensmittel eingekauft und den Menschen zur Unterstützung gebracht, wie zum Beispiel Mehl, Zucker, Salz, Maispolenta, Tee, Reis und Nudeln. Viele Menschen dort haben aufgrund der mangelnden Integration in die Gesellschaft keinen Arbeitsplatz oder verdienen nur wenig Geld bei gleichen Lebensmittelpreisen wie in Deutschland, was das Leben den Menschen erschwert. Dennoch haben sie uns ebenfalls erst zurückhaltend, dann aber herzlich empfangen und erfreuten sich mit uns an gemeinsamen Kinderspielen.
Freude und ein breites Lächeln konnten wir in den Gesichtern der Kinder ablesen, da jede kleinste Aufmerksamkeit, wie etwa ein Ballon oder Bonbons etwas besonderes für sie war.


Am folgenden Tag wurde zu einem Kindertag ins Kinderheim eingeladen, wo viele Kinder ebenfalls aus den umliegenden Regionen und Stämmen voller Erwartung erschienen sind. Wir bestimmten das Gleichnis des Barmherzigen Samariters als Thema, was auch der Name des Kinderheims ist und spielten ein Sketch der dazugehören Geschichte, um die Botschaft des Gleichnisses, nämlich die Nächstenliebe, visuell zu veranschaulichen. Die Kinder waren aktiv dabei und spielten voller Elan und Motivation jedes Spiel, das vorbereitet wurde, dass wir kaum mithalten konnten.

Auch hier wurde für ein gemeinsames Essen und kleine Freuden für die Kinder in Form von Süßigkeiten und Ballons und vielem mehr gesorgt, sodass die Kinder, aber auch wir, strahlend und zufrieden den Tag am späten Nachmittag beendet haben.


Es war schön den Kindern diesen Tag zu gestalten und wir waren dankbar dafür ihnen die frohe Botschaft Jesu bringen zu können, wissend, dass es etwas besonderes für die Kinder war und dieser Tag ihnen lange im Gedächtnis verbleiben wird.
Im Anschluss besuchten wir einen weiteren Indianerstamm, ebenfalls mit materieller Unterstützung in Form von Lebensmitteln, einem Gottesdienst mit der Predigt, die Dankbarkeit Gott gegenüber auch in schwierigen Lebenssituationen thematisierte. Auch hier durfte ein kleines Kinderprogramm mit Spielen nicht fehlen, das wir gerne geplant haben, denn es erwärmte unser Herz jedes Mal aufs neue, wie kleine Dinge und Aufmerksamkeiten andere doch erfreuen können. Außerdem ermahnte es uns innerlich mehr und mehr Gott für unser reich beschenktes Leben dankbar zu sein. Denn es ist nicht unser Verdienst, sondern allein Gottes Gnade.




Die Tage waren schnell verflogen und dann hieß es schon Abschied nehmen und das Antreten der langen Rückfahrt zurück in die Hauptstadt. Es war schade schon so bald gehen zu müssen, nachdem wir einen so herzlichen Kontakt innerhalb kurzer Zeit zu den Menschen aufgebaut haben und wir uns im Kinderheim so gut aufgenommen und wohl gefühlt haben. Auf der Rückfahrt nach Buenos Aires machten wir noch einen Stopp bei den naheliegenden Iguazúwasserfällen und dem Dreiländereck, wo Argentinien auf Paraguay und Brasilien trifft. Auch diese Fahrt war mit Kontrollen von der Polizei geprägt, doch von Gott gesegnet und bewahrt kamen wir zurück in der Hauptstadt an. Am Sonntag durften wir erneut im Gottesdienst dienen und uns geistlich erbauen, bevor wir am folgenden Tag unsere Rückreise zurück nach Deutschland antraten.
Wir sind Gott sehr dankbar, dass wir diese Reise erleben duften. Wir sind dankbar, dass wir unsere Glaubensgeschwister kennenlernen und unterstützen durften, aber auch dass wir von ihnen einiges lernen konnten. Nämlich Gott dankbar zu sein für alles, was man hat, egal in welcher Situation man sich befindet, denn wir sind reich beschenkt in seiner Güte. Es ist allein Gottes Gnade!
Dios lo bendiga.

